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- Autor
- Mario Gvozden
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- 7 Minuten
Wer Prozessautomatisierung extern vergeben möchte, steht früh vor einer Grundsatzfrage: ein einmaliges Projekt, an dessen Ende eine Übergabe steht, oder Automatisierung als Service, bei dem ein Dienstleister die Abläufe baut und anschließend dauerhaft betreibt. Beide Modelle sind seriös, beide haben ihre Berechtigung. Sie verteilen aber Verantwortung und Kosten unterschiedlich – und dieser Unterschied zeigt sich meist erst Monate nach dem Go-live.
Zwei Modelle, ein Ziel
In beiden Fällen soll am Ende ein Ablauf zuverlässig laufen: Rechnungen werden ausgelesen, Anfragen landen im CRM, Bestellungen erreichen das Lager. Der Unterschied liegt in der Frage, wer sich nach der Inbetriebnahme kümmert.
Beim Projekt kaufen Sie ein Ergebnis. Der Dienstleister baut, Sie nehmen ab, danach gehört der Ablauf samt Betrieb Ihnen. Beim Service kaufen Sie einen Zustand: Die Abläufe laufen, und der Dienstleister sorgt gegen eine laufende Gebühr dafür, dass das so bleibt.
Das klassische Projekt: Bau, Abnahme, Übergabe
Ein Automatisierungsprojekt folgt meist demselben Muster. Zuerst werden Anforderungen und Abnahmekriterien beschrieben, dann folgt ein Angebot, entweder zum Festpreis oder nach Aufwand. Welche Preisform wann passt, beschreibt der Beitrag Festpreis oder Stundensatz bei IT-Aufgaben?. Anschließend wird gebaut, getestet und abgenommen. Zum Schluss erhalten Sie die Dokumentation und die Zugänge.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kosten sind klar umrissen, es entsteht keine laufende Verpflichtung, und Sie haben nach der Übergabe die volle Kontrolle. Für einen einzelnen, klar abgegrenzten Ablauf ist das oft genau richtig.
Automatisierung als Service: Bau und Betrieb aus einer Hand
Beim Service-Modell zahlen Sie eine monatliche Gebühr. Dafür baut der Dienstleister die vereinbarten Abläufe, überwacht sie, behebt Störungen und passt sie an, wenn sich Ihre Prozesse oder die angebundenen Systeme ändern.
Damit das Modell fair ist, muss der Vertrag einige Punkte klar regeln:
- wie viele Abläufe enthalten sind und was als ein Ablauf zählt,
- wie schnell der Dienstleister auf Störungen reagiert,
- welche Anpassungen enthalten sind und welche als neue Arbeit gelten,
- wer die Kosten für Werkzeuge, Lizenzen und API-Nutzung trägt,
- wie und zu wann Sie kündigen können,
- was nach einer Kündigung mit den Abläufen, Zugängen und der Dokumentation geschieht.
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Laufen die Abläufe in Ihren eigenen Konten und bleibt die Dokumentation bei Ihnen, können Sie jederzeit wechseln. Laufen sie in den Konten des Dienstleisters, entsteht eine Abhängigkeit. Worauf Sie dabei achten sollten, beschreibt der Beitrag Abhängigkeit vom IT-Dienstleister vermeiden.
Was beim Projekt nach der Übergabe passiert
Nach der Abnahme beginnt der Teil, der in vielen Projektangeboten nicht vorkommt: der Betrieb. Ein Anbieter kündigt eine API-Version ab, eine OAuth-Verbindung läuft ab, ein neuer Sonderfall taucht in den Daten auf. Irgendjemand muss Fehlermeldungen lesen, Ursachen finden und Korrekturen einspielen. Welche Aufgaben dabei regelmäßig anfallen, beschreibt der Beitrag Automatisierungen warten.
Nach einem Projekt haben Sie dafür drei Möglichkeiten: Sie übernehmen den Betrieb selbst, Sie beauftragen den Dienstleister bei jeder Störung neu, oder Sie schließen zusätzlich einen Wartungsvertrag ab. Die zweite Variante ist die häufigste und zugleich die riskanteste: Jede Störung beginnt mit Angebot und Terminabstimmung, während der Ablauf stillsteht. Und wenn der ursprüngliche Dienstleister nicht verfügbar ist, muss sich ein neuer erst einarbeiten.
Kosten über zwei Jahre vergleichen: ein Rechenschema
Ein fairer Vergleich betrachtet nicht nur den Preis für den Bau, sondern einen längeren Zeitraum. Zwei Jahre sind ein sinnvoller Rahmen, weil in dieser Zeit die typischen Änderungen an Schnittstellen und Abläufen auftreten. Das folgende Schema enthält bewusst keine Zahlen; setzen Sie Ihre eigenen Angebote und Schätzungen ein.
| Kostenposition | Projekt | Service |
|---|---|---|
| Aufbau | Projektpreis | in der Monatsgebühr enthalten |
| Überwachung | interne Zeit oder Wartungsvertrag | enthalten |
| Störungen beheben | Einzelaufträge nach Bedarf | enthalten |
| Anpassungen an geänderte Abläufe | neue Aufträge | im vereinbarten Rahmen enthalten |
| Interne Zeit | Betreuung, Einarbeitung neuer Dienstleister | Abstimmung, Freigaben, Abnahmen |
| Werkzeuge und API-Nutzung | meist bei Ihnen | meist bei Ihnen |
Daraus ergeben sich zwei einfache Rechnungen:
- Projekt: Projektpreis + (geschätzte interne Stunden pro Monat × interner Stundensatz × 24) + (erwartete Störungen × Preis je Einsatz) + (erwartete Anpassungen × Preis je Anpassung)
- Service: Monatsgebühr × 24 + (interne Abstimmungszeit × interner Stundensatz)
Die Werkzeugkosten fallen in beiden Modellen an und können aus dem Vergleich herausbleiben. Schwer zu schätzen sind Störungen und Anpassungen. Ein guter Anhaltspunkt ist die Vergangenheit: Wie oft mussten bestehende Integrationen in Ihrem Unternehmen in den letzten Jahren angepasst werden? Und was kostet Sie ein Tag, an dem ein Ablauf steht? Diese Ausfallkosten stehen in keinem Angebot, gehören aber in die Entscheidung. Welche Faktoren den Preis einer Automatisierung überhaupt bestimmen, beschreibt der Beitrag Was kostet Prozessautomatisierung?.
Wann ein Projekt besser passt
Ein einmaliges Projekt ist meist die bessere Wahl, wenn
- es um einen einzelnen, klar abgegrenzten Ablauf geht,
- die angebundenen Systeme stabil sind und sich selten ändern,
- Sie intern jemanden haben, der den Betrieb übernehmen kann und dafür Zeit bekommt,
- die Aufgabe einmalig ist, etwa eine Datenmigration oder eine Bereinigung,
- ein Ausfall des Ablaufs ärgerlich, aber nicht geschäftskritisch wäre.
Wann ein laufender Service besser passt
Ein laufender Service lohnt sich eher, wenn
- mehrere Abläufe zusammenkommen, die voneinander abhängen,
- die Abläufe geschäftskritisch sind, etwa Rechnungsstellung oder Auftragserfassung,
- sich Ihre Prozesse häufig ändern oder noch wachsen,
- intern niemand die technische Betreuung übernehmen kann,
- Sie planbare monatliche Kosten statt wiederkehrender Einzelaufträge bevorzugen.
Eine kurze Entscheidungshilfe:
- Wir haben mehr als einen Ablauf, der automatisiert werden soll.
- Ein Ausfall würde Kunden, Zahlungen oder Lieferungen betreffen.
- Niemand bei uns hat Zeit, Fehlermeldungen zu bearbeiten.
- Unsere Abläufe ändern sich mehrmals im Jahr.
- Wir möchten Änderungen und neue Abläufe beauftragen können, ohne jedes Mal neu zu verhandeln.
Je mehr Punkte zutreffen, desto mehr spricht für einen laufenden Service. Trifft kaum einer zu, ist ein Projekt mit klarer Übergabe meist günstiger und einfacher.
Wie wir arbeiten
Unser Prozess-Abo liegt zwischen beiden Modellen. Wie bei einem Service zahlen Sie eine feste Monatsgebühr: Im Prozess-Abo 2,5 für 2.500 € im Monat arbeiten wir an einer Aufgabe gleichzeitig und beginnen bis zu vier Aufgaben pro Monat (nicht genutzte verfallen am Monatsende), im Prozess-Abo 5 für 5.000 € im Monat an einer Aufgabe gleichzeitig ohne Monatsgrenze, im Prozess-Abo 10 für 10.000 € im Monat an zwei Aufgaben parallel, mehr auf Anfrage; alle Preise zzgl. MwSt., nur für Unternehmen, monatlich kündbar zum Ende des Abrechnungsmonats. Neue Abläufe, Erweiterungen und Korrekturen schreiben Sie als Aufgaben auf Ihr Board und legen die Reihenfolge fest, ohne jedes Mal ein Angebot einzuholen.
Wie bei einem Projekt kaufen Sie dabei Ergebnisse, keinen Zustand. Jede Aufgabe ist ein abgegrenztes Ergebnis mit eigenen Abnahmekriterien, die auf der Karte stehen, sobald wir starten. Geliefert wird 48 Stunden nach Start – gezählt von Montag 8 Uhr bis Freitag 16 Uhr –, als Pull Request, auf Staging oder als deaktivierter Workflow, nie direkt in Ihre Produktion. Jede Lieferung prüft und gibt ein Senior-Entwickler frei, bevor sie zu Ihnen geht. Größere Vorhaben teilen wir in mehrere Aufgaben auf; typische Aufgaben finden Sie im Leistungskatalog.
Den Betrieb im engeren Sinn, also Überwachung und Bereitschaft bei Störungen, übernehmen wir nicht. Die Abläufe laufen in Ihren eigenen Konten, Werkzeuge und Lizenzen zahlen Sie direkt beim jeweiligen Anbieter, und die Dokumentation gehört Ihnen. Zu jedem Workflow, den wir liefern, gehört eine Fehlerbehandlung mit Meldung an die Person, die Sie benennen; wird eine Korrektur nötig, ist sie einfach die nächste Aufgabe auf dem Board.
Häufige Fragen
Ist ein Service auf Dauer nicht teurer als ein Projekt?
Das hängt davon ab, was Sie vergleichen. Stellt man nur den Projektpreis der Summe der Monatsgebühren gegenüber, wirkt das Projekt oft günstiger. Rechnet man Betrieb, Störungen, Anpassungen und die eigene Zeit über einen längeren Zeitraum ein, kann das Bild anders aussehen, besonders bei mehreren geschäftskritischen Abläufen.
Was passiert mit meinen Abläufen, wenn ich einen Service kündige?
Das regelt der Vertrag, und genau deshalb sollten Sie vorher darauf achten. Laufen die Abläufe in Ihren eigenen Konten und gehört die Dokumentation Ihnen, können Sie sie nach der Kündigung selbst weiterbetreiben oder an einen anderen Dienstleister übergeben. Fragen Sie vor Vertragsschluss ausdrücklich danach.
Kann ich mit einem Projekt beginnen und später in einen Service wechseln?
Ja, das ist ein häufiger und sinnvoller Weg. Ein erster Ablauf als abgegrenztes Projekt zeigt, wie die Zusammenarbeit funktioniert und ob sich die Automatisierung im Alltag bewährt. Kommen weitere Abläufe hinzu oder wird der Betrieb zur Last, lässt sich der bestehende Ablauf in einen laufenden Service übernehmen.
Wenn Sie zuerst sehen möchten, wie die Zusammenarbeit funktioniert, beginnen Sie mit einer einzelnen Aufgabe: Die erste erledigen wir kostenlos, eine pro Unternehmen, geliefert 48 Stunden nach Start (gezählt Mo 8 – Fr 16 Uhr) – Erste Aufgabe anlegen. Danach entscheiden Sie, ob Sie das Prozess-Abo bestellen; es beginnt nie automatisch. Welches Modell zu Ihrer Situation passt, besprechen wir auf Wunsch auch vorab in einem kostenlosen Projekt-Check.
Die erste Aufgabe ist kostenlos – eine pro Unternehmen. Sie legen einen Workspace an, geben Zugang per Einladung und schreiben die Aufgabe auf Ihr Board. Wir liefern sie 48 Stunden nach Start, gezählt Mo 8 bis Fr 16 Uhr: Start am Montag um 10 Uhr – Lieferung am Mittwoch um 10 Uhr. Jede Lieferung prüft und gibt ein Senior-Entwickler frei, bevor sie zu Ihnen geht.
Danach im Prozess-Abo: Sie schreiben Aufgaben aufs Board und bestimmen die Reihenfolge, wir setzen sie um. Prozess-Abo 2,5: 2.500 € im Monat, 1 Aufgabe gleichzeitig in Arbeit, bis zu 4 Aufgaben pro Monat; Prozess-Abo 5: 5.000 € im Monat, 1 Aufgabe gleichzeitig in Arbeit; Prozess-Abo 10: 10.000 € im Monat, 2 Aufgaben parallel in Arbeit. Gezählt werden die Aufgaben, die wir im Abrechnungsmonat beginnen; eine Nachbesserung zählt nicht neu. Nicht genutzte Aufgaben verfallen am Monatsende. Preise zzgl. MwSt., nur für Unternehmen, monatlich kündbar – das Abo beginnt nur, wenn Sie es bestellen.
Fragen vorab oder mehr Aufgaben parallel? Im kostenlosen Projekt-Check (30 Minuten) klären wir das, auch für ein individuelles Abo.